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Kampfsportschule MŁller

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Was ist Notwehr?


WAS SAGT DER GESETZGEBER?

Die Notwehr ist ein Rechtfertigungsgrund, welcher die Rechtswidrigkeit einer Tat und damit die Strafbarkeit ausschließt, obwohl durch sie ein fremdes Rechtsgut - z.B. Leib oder Leben des Angreifers - verletzt wird. Sie bildet somit die juristische Grundlage für die praktische Anwendung der körperlichen Selbstverteidigung.

Unser Handeln im Falle der Notwehr (Selbstverteidigung) wird durch den "Notwehrparagraphen" BGB§ 227 geregelt (Fassung vom 2. Januar 2002).

BGB § 227 NOTWEHR

1. Eine durch Notwehr gebotene Handlung ist nicht widerrechtlich.

2. Notwehr ist diejenige Verteidigung, welche erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

WANN LIEGT NOTWEHR VOR?

Es muss eine Notwehrlage vorliegen. Die Notwehrlage wird durch einen gegenwärtigen rechtsiwidrigen Angriff gegründet.

1. Gegenwärtig bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Angriff unmittelbar (z.B. drohende Haltung, welche die Bereitschaft zum sofort folgenden Angriff erkennen läßt). Ist der Angriff bereits beendet, besteht kein Recht (mehr) auf Gegenwehr. Diese Gegenwehr wäre ein rechtswidriger Angriff von unserer Seite aus. Eine Notwehrlage liegt also nicht vor, wenn wir den Angreifer erst nach der Tat wiedersehen und ihm dann eins überbraten. In diesem Fall, würde es sich um einen Racheakt handeln, bzw. um einen rechtswidrigen Angriff - diesmal von unserer Seite aus-. Dazu gehört auch, dass weitere Einschlagen auf einen bereits abgewehrten Angreifer, bei welchem nicht mehr mit der Fortsetzung der Aggression zu rechnen ist.

2. Beim Angriff wird im Allgemeinen von einem Angriff eines anderen Menschen ausgegangen. Allerdings kann man auch von einem Tier - z.B einem Hund - angegriffen werden. Im Gegensatz zu einem Menschen kann ein Hund aber nicht rechtswidrig angreifen. Der Angriff durch einen Menschen (der z. B. den Hunde auf uns hetzt) ist demnach Voraussetzung zur Rechtswidrigkeit.

3. Der Verteidiger muß eine Verhältnismäßigkeit wahren. Nicht mit einem Panzer auf einen Stein schießen! Der Verteidiger darf nicht jedes Mittel zur Abwehr auf seine Schutzgüter (Leben, körperliche Unversehrtheit, Ehre, Eigentum, Freiheit) einsetzen. Dies bedeutet, dass der Verteidiger von allen Möglichkeiten ( so er welche hat) die ungefährlichste wählen muss. Das durch den Angriff bedrohte und das durch die Abwehrverletzte Rechtsgut dürfen nicht in einem zu großen Missverhältnis zueinander stehen.

4. Es besteht ein Recht auf Abwehr eines rechtswidrigen Angriffs. Eine Verpflichtung zur Flucht ist nicht vorgesehen. Allerdings gilt dieses Recht nicht gegenüber Geisteskranken, Minderjährigen oder Volltrunkenen.

Bei Provokationen unserer Person ist die Notwehr auf die reine sog. "Schutzwehr" - alos defensives bis passives Verhalten - beschränkt. Die Verteidigung muss von dem Willen getragen sein, den Anggriff abzuwehren. Dies gilt auch ähnlich bei Angriffen, die mit Sachen durchgeführt werden. Zum Tragen kommen hier die §227 ff BGB oder auch § 904 aus dem BGB. Zu dieser Kategorie gehört auch die Abwehr von Hunden (falls jemand seinen Hund auf uns hetzt, ist dies allerdings kein Angriff des Hundes, sondern des Hundehalters).

StGB § 32 II NOTHILFE

Neben dem Angegriffenen ist auch jeder Dritte abwehrberechtigt, wenn ein gegenwärtiger rechtswidriger Angriff auf einen Dritten vorliegt. Grundsätzlich gibt es keine Besonderheiten zur Notwehr - aber: Nothilfe darf nicht aufgedrängt werden.

StGB § 33 ÜBERSCHREITUNG DER NOTWEHR

Überschreitet der Täter die Grenzen der Notwehr aus Verwirrung, Furcht oder Schrecken, wo wird er nicht bestraft. Die Tat ist zwar rechtswidrig, jedoch entschuldbar und wird somit nicht bestraft. Dies gilt allerdings nicht, falls jemand aus Zorn, Wut oder aber im Kampfeseifer die Notwehrgrenze überschreitet.

StPO § 127 I VORLÄUFIGE FESTNAHME

Wird jemand auf frischer Tat angetroffen oder verfolgt, so ist, wenn er der Flucht verdächtig ist oder seine Identität nicht sofort festgestellt werden kann, jedermann befugt, ihn auch ohne richterlicher Anordnung vorläufig festzunehmen. Der Angreifer muß danach sofort der Strafverfolgung zugeführt werden.

Kinder können nicht festgenommen werden!

Oftmals wird in verschiedenen Büchern über Selbstverteidigung auf diverse juristische Ratschläge hingewiesen. Diese sind oftmals sehr fragwürdig. Im Zweifelsfalle fragen Sie bitte Ihren Rechtsanwalt.

DIE GEWISSEN PUNKTE AM MENSCHLICHEN KÖRPER

Zuerst: Jede Kontertechnik soll das Ziel haben den Angreifer abzuwehren und beinhaltet damit auch, diesen im Rahmen des Notwendigen zu verletzen.

Aber was ist notwendig und somit erlaubt? Wie stark soll oder aber darf ich meinen Angreifer verletzen? Das hängt letztendlich von unserem Können ab. Der Angriff sollte so schnell als möglich und unter geringster Eigengefährdung beendet werden. Sollte man den Angriff mit den härtesten zu Verfügung stehenden Mitteln begegnen? Bewegen wir uns damit noch im rechtlichen Raum? Können wir mit einer lebenslange Schädigung des Angreifers leben? Es steht dem nicht gegenüberr einen Angreifer mit Härte zu begegnen - nur - auch er ist ein Mensch. Besonders empfindliche Körperregionen, sollte nur im Extremfall mit wirklich gefährlichen Techniken begegnet werden.

Gefährliche Körperregionen:

1. Schädel / Schläfen (Bruchgefahr, Blutungen)

2. Augen (Erblindung) Gefährdung durch Schläge und Fingerstiche

3. Nasenwurzel (starke Beeinträchtigung durch Tränenfluss)

4. Halsschlagader(n). Durch Schlag- oder Drucktechniken zur Halsseite ist - abhängig auch von der Stärke des Einwirkens - kurze Bewustlosigkeit bis hin zur tödlichen Verletzung möglich.

5.Genick (Bruchgefahr). Schwerste Verletzungen möglich durch harte Techniken zum Hals oder Nacken.

6. Kehlkopf (bei Bruch Erstickungsgfahr)

7.Herzspitze. Durch Schlag oder Stoß können schwerste Herzfunktionsstörungen entstehen.

8. Wirbelsäule. Der Bruch der Wirbelsäule führt in nahezu allen Fällen zur Lähmung oder Tod.

9. Solarplexus (Kreislaufkollaps, Beeinträchtigung der Atmung). Durch harten Fauststoss/Tritt zur Körpermitte.

10. Niere(n). Schock durch Schlagwirkung, bei Stichverletzung Tod möglich.

11. Hoden (bleibende Unfruchtbarkeit). Durch Schnapptritt mit dem Spann, aber auch durch Fußstöße, Schläge oder Griffe können bleibende Schäden verursacht werden.

12. Kniegelenke. Ein Stampftritt zum Kniegelenk bzw. Hebeltechniken können für viele Jahre zu langer und andauernder Beeinträchtigung führen.

Bei Unklarheiten fragen Sie bitte Ihren Arzt.